Wie Technologie Online Glücksspiel transformiert

Trotz der Medien und deren eher sehr kritischen Berichterstattung möchte ich in diesem Artikel einmal über eine sehr interessante Diskussion berichten die ich vor kurzem bei der Sendung „Bottom Line“ im BBC Radio aufgefangen und auch verfolgt habe. Teilnehmer der Diskussionsrunde waren unter anderem der Geschäftsführer von bwin.party, Norbert Teufelberger, Jürgen Reutter, Direktor von William Hill Mobile und Melissa Blau, Direktorin von iGaming Capital.

Der Moderator der Sendung, Evan Davis, konnte sich mit den Teilnehmer über verschiedene Aspekte der Online Glücksspielindustrie unterhalten; diskutiert und erörtert wurden unter anderem der Boom des mobile und sozialen Glücksspiels und die Problematik der Regulierung, sowie neue Technologien und die Zukunftsaussichten der Industrie.

Soziale Netzwerk Spiele und Glücksspiele
Blau präsentierte eine Reihe von faszinierenden Daten zum genannten Thema. Insgesamt, so gab Blau bekannt, sind weltweit mehr als 800 Millionen Menschen im Internet mehr oder weniger mit Spielen beschäftigt und 175 Millionen alleine die sich mit sozialen Netzwerkspielen, bei denen Elemente von Poker, Casino der Bingo Spiele vorkommen, beschäftigen.

Sie half außerdem den Unterschied zwischen Echtgeld und sozialen Netzwerk Spielen zu erklären. Echtgeldspiele sind nicht unbedingt Glücksspiele mit einem Einsatz; es handelt sich dabei auch um Spiele für die man eine gewisse Gebühr bezahlen muss und die auch das Element Glück für einen Erfolg in Betracht ziehen. Auf der anderen Seite hat soziales Netzwerk Spielen die genannten Elemente, allerdings gibt es dabei keinen Preis zu gewinnen.

Warum also die große Popularität von sozialen Netzwerk Spielen? Blau sagte dazu, das der eigentliche Preis bei diesen Spielen der Erfolg ist mit dem man sich bei seinen Freunden brüsten kann. Des Weiteren sind solche Spiele sehr unterhaltsam und es ist die Spielerfahrung die ihren Reiz bei den Spielern ausmachen.

Warum Menschen Glücksspiele spielen
Der Grund warum immer mehr Spieler im Internet ihr Glück bei diversen Glücksspielen versuchen ist fast mit den sozialen Netzwerk Spielen und deren Popularität identisch. Es sei, so Blau weiter, die Natur des Wettbewerbs das Glücksspiel so populär macht.

Teufelberger stimmte der Aussage zu und erklärte, das es nicht nur der potentielle Geldgewinn ist der die Spieler motiviert. Es ist der Nervenkitzel, der unbekannte oder zufällige Ausgang einer Wette, eines Einsatzes, usw.

Der Bwin Chef verdeutlichte auch die unterschiedliche Demografie beim Glücksspiel. Während viele Männer Online Sportwetten abschließen dominieren die weiblichen Spieler beim Bingo und anderen sozialen Sofortgewinn- oder Lotteriespielen. Versuche Frauen für Sportwetten zu begeistern, so gab Teufelberger zu, waren in der Vergangenheit nicht sehr erfolgreich.

Schutz der Spieler
Nicht überraschend das auch dieses wichtige Thema in der Runde diskutiert wurde. Alle drei Teilnehmer waren sich einig, dass noch mehr für den Schutze von Spielern, insbesondere was das verantwortungsvolle Spielen angeht, getan werden muss. Suchvorbeugung sollte einer der Schwerpunkte der Industrie sein.

Blau, eine Expertin im Bereich verantwortungsvolles Spielen, wies darauf hin, dass man Online die Spielsucht besser kontrollieren könne. Der Kunde würde Online besser verstanden und auch mehr oder weniger eine selbst auferlegten Kontrolle unterzogen. Man habe alle Informationen über den Spieler; einem Buchmacher in einer Stadt würde wohl niemand nach den Konten- oder Spielerdaten fragen. Online, so Blau weiter, würden die Kundendaten überprüft um auch möglichen Betrug vorbeugen zu können.

Regulierung
Regulierung ist immer noch eines der Probleme dass immer wieder im Mittelpunkt der Online Glücksspielindustrie steht. Alle Diskussionsteilnehmer waren sich einig das mehr in diesem Bereich getan werden müsse was die unterschiedlichen Jurisdiktionen beträfe.

Reutter meinte, dass man in einem regulierten Markt arbeiten wolle. Man heiße eine Regulierung sogar sehr willkommen wenn die Regeln klar und transparent sind.

Blau teilte mit, dass man den aktuellen Stand der Regulierung der Industrie mit dem 22. Inning (von 9) beim Baseball vergleichen könne und man noch mehr tun müsse. Fünf Staaten hätten mittlerweile eine gültige Online Glücksspiel Regulierung; in Spanien, Italien und in Dänemark würde dies gut funktionieren, Probleme gäbe es aber noch in Großbritannien und in Frankreich.

Zukunft der Technologie
Von der Perspektive der Spieler aus betrachtet ist der wohl aufregendste Aspekt in der Glücksspiel Welt die schnell fortschreitende Technologie. Was Reutter zu diesem Thema zu sagen hatte war sehr aufschlussreich.

Gemäß der Aussage von Reutter werden alle Geräte wohl immer komplexer und unterschiedlicher. Dies würde zu Dienstleistungen führen die auf kleine Bildschirme oder Touchscreens zugeschnitten sind.

Dies wird eine Situation kreieren, bei der man das Kerngeschäft von mobilen Sportwetten wohl an alle möglichen Kunden mit verschiedenen Bildschirmgeräten, egal welcher Größe, anbieten würde.